Wie jeder Betroffene weiß, sprengt der Steinbruch wöchentlich mindestens ein Mal. Je nach Ausbreitung bekommen wir Anrainer die Schockwellen mehr oder weniger stark zu spüren. Auf Drängen der Bürgerinitiative und in Abstimmung mit der Stadtgemeinde Hainburg wurden im letzten Jahr Messungen in diversen Privathäusern durchgeführt, meistens nicht durch die Behörde, sondern direkt durch Mitarbeiter des Steinbruchs selbst. Das heißt, Sprengungen des Steinbruchs wurde vom Steinbruch am Betriebsgelände und parallel in diversen Privathäusern gemessen. Erwartungsgemäß kam der Steinbruch zum Ergebnis, dass alle Normwerte eingehalten werden. Dem gegenüber steht, dass Anrainer laufend von sehr starken Erschütterungen berichten. Was stimmt nun?

Mit den letzten Messungen dieser Art hat sich die Bürgerinitiative genau beschäftigt und hat dabei einige widersprüchliche Fakten gefunden:

Die Lademengen:

Um eine Sprengung durchzuführen, muss natürlich Sprengstoff verwendet werden. Die Verwendung ist in Verordnungen und Normen geregelt. Je nach Nähe zum bewohnten Gebiet, sind die Kilogramm Sprengstoff bzw. Lademenge pro Bohrloch limitiert, wobei 80kg grundsätzlich als Obergrenze, in Hinblick auf die Schutzzone gem. ÖNORM, gilt. Auf Nachfrage der Bürgerinitiative wurden uns von der zuständigen Bergbaubehörde (BH Bruck) die Lademengen bekanntgeben (siehe Titelbild).

Wie bei solchen Lademengen der Steinbruch auf die Einhaltung als Grenzwerte kommt, ist uns unklar, wobei wir uns nun die Messmethode genauer angesehen haben.

Die Messung:

Gem. den uns vorliegenden Messprotokollen werden Geräte der Firma „Instantel“ genutzt. Wie bei allen Messgeräten muss es dafür fachkundiges Personal geben, welches sowohl die Geräteanforderungen, wie auch alle anzuwendenden Normen zu kennen hat. Hat man das nicht, werden Messungen eventuell falsch oder mit kaputten und ungeprüften Messgeräten durchgeführt. Nachdem man den Messwerten der Messgeräte vertrauen können muss, unterliegen diese vor allem Kalibrierungsvorschriften. In den Bedienungsanleitungen dieser Geräte ist das deutlich beschrieben. Bei den vom Steinbruch eingesetzten Messgeräten wurde diese Prüfung und Kalibrierung offensichtlich nicht gemacht, wie sich aus den Messprotokollen herauslesen lässt.

Die Grenzwerte:

Nachdem die Bürgerinitiative nun schon bei den Lademengen und den Messgeräten Klärungsbedarf sieht, wurden auch die kommunizierten Grenzwerte hinterfragt. Auch hierfür gibt es Normen, bezogen auf Gebäude und Menschen, abhängig von Dauer, Häufigkeit und Einwirkung. Den uns genannten anzuwendenden Hauptgrenzwert von 10mm/s, für die maximale Schwingungsgeschwindigkeit, konnten wir nicht nachvollziehen. In der Bergbausprengverordnung liegt dieser Grenzwert für Wohngebäude bei 5mm/s im Frequenzbereich 1 bis 10 Hz.